Beschreibung
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Die Geschichte der Distillerie Francoli...
Eine Geschichte zu erzählen, die wirklich passiert ist, bedeutet sich in eine Welt von Ereignissen und menschlichen Geschicken hineinzuversetzen und es ist fesselnd
für den Erzähler, vergangene Leben zu durchlaufen und Dinge wieder zu entdecken die in Erinnerungen versteckt waren.
Die verschlungenen Wege der Vergangenheit älterer Generationen zu durchforsten, bedeutet immer auch Dinge und Geschehnisse ans Licht zu bringen,
die oft vergessen, in jedem Fall aber ein Teil unserer Wurzeln sind. Auch um die Familie Francoli rangt sich eine dieser charakterisierenden Geschichten, reich an Details
und Anekdoten, die sie zu etwas Besonderem machen im Vergleich zu Anderen. Diese alte Dynastie von Weinbrennern begab sich in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
erstmals in die Welt der Destillation. Luigi Guglielmo Francoli, ein naturbegeisterter Mensch, war von dem Wunsch beseelt worden, seinen Freunden und Bekannten
die Früchte eben dieser Natur zu Gute kommen zu lassen. Er begann sich für die Kunst des Destillierens zu interessieren. Seine Neugier wurde geweckt, als er mit Pferd
und holzbeladenem Wagen (sein Vater war der Besitzer des Sägewerkes in Campodolcino.) ins Tal hinunter kam, und die Weinreben der Chiavennasca-Traube sah.
Diese gaben den Kleinbauern außer stolzen Trauben auch duftende Weißweine, aus denen ausgezeichneter Aquavit gewonnen wurde. Auf dem Rückweg nach
Campodolcino, überlegte Luigi, dass es nützlich und interessant sein konnte, seinen Wagen mit Weintrauben zu füllen. So begann er mit den ersten Experimenten und
nachdem er sich mit einem ganz einfachen Destilliergerät ausgestattet hatte, entstanden die ersten Tropfen seines Grappas.
Das blühende Holzgeschäft und die Schwierigkeiten auf Grund einer sehr hohen Alkoholsteuer hinderten ihn daran seine Aktivitäten zu legalisieren und zu seinem
Hauptgeschäft zu machen. Stattdessen waren es seine Söhne, die seine Aktivitäten mit großem Mut weiterführten und im Jahre1895 die Brennerei F.LLI FRANCOLI
gründeten. Gabriele, Guglielmo und Bartolomeo bedienten sich in der gleichen Art und Weise des Materials wie ihr Vater, erhielten aber die berühmte Erlaubnis der
Täglichen Destillation (Die vielleicht auch heute noch in Domodossola gebräuchlich ist), in dem sie täglich die Produktionssteuer für den hergestellten Grappa bezahlten.
Sie stellten Grappa im 2-stelligen Bereich für Familie und Freunde her, den man nicht nur in der Gegend sondern auch drüber hinaus, schätzen gelernt hatte. In der Tat
kamen Neugierige und Interessierte auch von Außerhalb.
Sicher ist, dass die Brennerei F.LLI FRANCOLI Ende des 1800ten Jahrhunderts den ersten Preis mit ihrem Grappa all`Ìv (Achillea Moscata, eine typische alpine Pflanze
des Val.S. Giacomo) gewonnen hat, und zwar in einer Art Wettstreit in Palermo. Es scheint, dass alle Spuren dieses Preises verschwunden sind, weil ein Arbeiter die
dringende Notwendigkeit verspürt hatte, dieses Diplom zu benutzen um ein Fenster abzudichten in dem eine Scheibe zerbrochen war.
Um aber zu unserer Geschichte zurückzukehren: Es bleibt zu sagen, dass die Leidenschaft des Destillierens hauptsächlich die Söhne Gabriele und Guglielmo ergriffen hatte.
Die Erstgeborenen (jeweils Giacomo und Nino) verließen Campodolcino um im Ponti Sul Mincio in der Provinz von Mantova, eine Brennerei zu gründen.
Die Zweiten (Guglielmo und Severo) machten das Gleiche, gingen aber den Weg in Richtung Piemont, um genau zu sein, nach Ghemme (Novara). Dort gründeten sie im
Jahre 1922 die Brennerei FRANCOLI. Dennoch blieb nur Guglielmo fest in Ghemme, was für ihn bedeutete, sich definitiv der Destillation zu widmen. Man glaubt, dass
die Berufung zur Destillation besonders in Campodolcino verbreitet war. Einige behaupten, dass ungefähr 50 andere, doppelt soviel Brennereien von Leuten gegründet
wurden, die aus Val S. Giacomo stammten.