Historie der Jahrgänge
Jahrgangsbeschreibungen
Bordeaux und Burgund
Gerade in den Weinbaugebieten Bordeaux und Burgund ist das Ergebnis eines Jahrgangs niemals einheitlich. Immer bringen im Allgemeinen schlechte Jahrgänge ein paar erfreuliche Überraschungen hervor, und umgekehrt erlebt man hin und wieder auch bei guten Jahrgängen eine Enttäuschung. Unsere Beurteilungen basieren deshalb auf der Entwicklung, die wir an der Mehrzahl der Weine beobachtet haben, während Ausnahmen unberücksichtigt bleiben müssen. Nicht erwähnte Jahrgänge haben mittlere Qualitäten hervorgebracht, die man jetzt trinken sollte.
Bordeaux
1989
Früheste Bordeaux-Lese seit 1893 – vollmundige, harmonische Rot- und Weißweine mit viel Frucht und Substanz und großer Zukunft.
1990
Dieser große Jahrgang vereint die verführerische Frucht der 1989er mit den klassischen Tanninen und der Länge der 1988er.
1993
Befriedigend mit einigen sehr positiven Überraschungen: schöne Fruchtaromen, gerundet mit viel Finesse. Kräftige trockene Weißweine.
1994
Gute Qualitäten bei reduzierter Menge. Rotweine gut strukturiert, interessantes Entwicklungspotenzial. Trockene Weißweine mit viel Rasse, Frucht und Säure. Auch ein gutes Jahr für edelsüße Weißweine.
1995
Nicht alle Weine dieses insgesamt vorzüglichen Jahrgangs sind gleichmäßig gut gelungen. Unterschiedlich auch die Weißweine – gute Säurewerte sind eher selten.
1996
Gute Mengenergebnisse in allen Teilgebieten, wenn auch leicht unter 1995. Sehr gute, allerdings wegen ungünstiger Witterung während der Lese unterschiedliche Qualitäten von Rot- und Weißweinen.
1997
Z. T. die früheste Lese des Jahrhunderts, besonders für die weißen Sorten und Merlot. Auf Grund des sehr unterschiedlichen Reife- und Gesundheitszustandes der Trauben starke Selektion des Lesegutes und sehr heterogene Resultate, einige hervorragende Weine.
1998
Rotweine von sehr guter bis hervorragender Qualität: farbintensiv, gehaltvoll und tanninreich, besonders Merlot-Weine – teilweise spricht man vom „Merlot des Jahrhunderts"! Gute bis sehr gute Weißweine, manchmal mit weniger Säure als in anderen Jahren.
1999
Reichliche Menge bei sehr unterschiedlichen Qualitäten je nach Lage und Maßnahmen (z.B. „grüne Ernte", Selektion der Trauben). Gute bis sehr gute Rotweine mit einigen Spitzen, exzellente Süßweine.
2000
Durchschnittliche Menge, sehr gute bis exzellente, enorm viel versprechende Qualität: kraftvolle und elegante Rotweine mit viel, aber reifem Tannin und sehr schöne Weißweine mit ausgewogener Säure.
2001
Weniger Menge, viel versprechende Qualität, wenn auch nicht so homogen wie im Vorjahr: farbintensive, reichhaltige Rotweine mit viel Frucht und Finesse; klassische Weißweine, aromatisch und gehaltvoll mit guter Säure; gar außergewöhnlich gut die edelsüßen Weine.
2002
Eine kleine Ernte, in der Menge weit unter Vorjahr. Selektion der Trauben war notwendig. Unterschiedliche Qualitäten bei den Rotweinen, vor allem in Bezug auf den Reifegrad der Tannine: von mittelmäßig bis sehr gut mit exzellenten Spitzen. Sehr gute Weißweine.
2003
Ein Jahrgang, der keinem zuvor gleicht: stark reduziert die Menge, noch kleiner als im bereits unterdurchschnittlichen Vorjahr; ausgesprochen hoch die Qualität, wenn auch je nach Terroir und Güte der Erzeuger unterschiedlich. Es wurden vollreife Trauben für farbintensive, reichhaltige Rotweine mit viel versprechendem Tanningehalt gelesen. Herausragend die Süßweine.
2004 Große Menge bei guter Qualität im gesamten Bordeaux-Gebiet. Ein homogener Jahrgang mit guten Perspektiven bei Rot-, Weiß- und Süßweinen dank der Schönwetterperiode im Spätsommer und im Herbst. Insgesamt dichte, feine Weine, die roten zudem mit satter Farbe.
2005
Ein exzellentes Jahr trotz niedriger Menge. Kalte Nächte und warme Tage zu Ende des Sommer haben die Reifung der Trauben begünstigt. Die Rotweine präsentieren sich farbintensiv, sehr reichhaltig und aromatisch, die Weißweine mit schöner Balance zwischen Aromen, Substanz und Säure.
Burgund
1990
Überragende, sehr dichte und komplexe Qualitäten in schönster Harmonie tiefgründiger Fruchtaromen und reifer Tannine. 1992 Frucht, Charme, Eleganz und gute, eher rasche Entwicklung der Rotweine. Weiße Spitzenqualitäten, die an 1989 und 1990 anschließen!
1993
Sehr große Rotweine mit herrlicher Farbe, viel Volumen, Tannin und Länge. Gute, aber nicht überragende Weißweine.
1994
Gute, aber nicht ganz gleichmäßig gelungene, harmonische Rotweine, die sich schneller als die 1993er entwickeln werden. Sehr großes Jahr für weißen Burgunder mit viel Zukunft.
1995
Komplette, charaktervolle Rotweine von ausgezeichnetem Potenzial, vor allem an der Côte de Nuits; in geringeren Lagen auch weniger gelungene Posten. Besonders gut gelungene, rassige Weißweine.
1996
Gute Erträge und zugleich in allen Lagen hervorragende Qualitäten. Ideale Lesebedingungen, gesunde und sehr reife Trauben; farb- und säureintensiv die Roten, extrakt- und facettenreich die Weißen.
1997
Nach einem nicht ganz befriedigenden Sommer hat ein heißer und trockener September sehr viel versprechende Qualitäten beschert: opulente und harmonische Weißweine, körperreiche, gut strukturierte Rotweine mit feinen Tanninen.
1998
Kleine Erntemenge, aber gute Qualität. Es wurden gesunde, reife Trauben gelesen. Chardonnay-Trauben wiesen einen höheren Zucker- und Säuregehalt als im Vorjahr auf. Die Rotweine sind von schöner Farbe, reich an fruchtigen Aromen und ausgewogen.
1999
Ein großzügiger Jahrgang in der Menge und auch in der Qualität: Rot- und Weißweine sind ausgewogen und sehr viel versprechend, wenn auch das Qualitätsniveau je nach Ertrag sehr heterogen sein kann.
2000
Die Menge ist nur etwas kleiner als 1999 bei sehr guter bis exzellenter Qualität: farbintensive, konzentrierte, tiefgründige Rotweine, inhaltsvolle Weißweine, wenn auch mit etwas weniger Säure als im Vorjahr.
2001
Menge um 5–10% unter Vorjahr. Qualität: Weiße Trauben mit sehr gutem Zuckergehalt und perfektem Säuregrad für vollfruchtige Weißweine mit ausgezeichnetem Gleichgewicht. Reife rote Trauben für klassische Rotweine, die eindrucksvoll zu werden versprechen.
2002
Ein glückliches Jahr mit günstigen Bedingungen während der ganzen Saison: durchschnittliche Menge bei sehr guter bis exzellenter Qualität. Die Weine zeigen komplexe Aromen, volle Frucht, feine Säure und große Balance, die Roten zudem beachtliche Farbtiefe und reife Tannine.
2003
Ein absolut atypisches, aber auch originelles Jahr: die früheste Lese seit Menschengedenken, die nur die Hälfte einer durchschnittlichen Menge, reduzierte Ausbeute und sehr heterogene Qualitäten hervorbrachte. Die kleinen, dickschaligen Traubenbeeren hatten weniger Säure und Saft, dafür aber mehr Zucker und Tannin. Die Qualität der Tanninstruktur wird für die Güte der einzelnen Rotweine entscheidend sein.
2004
Dank guter Wetterbedingungen dehnte sich die Ernte bis Mitte Oktober, die Menge lag über dem Erntedurchschnitt der letzten fünf Jahre. Eine Auslese der Trauben war wichtig für besonders gute Qualitäten. Bemerkenswert die Chablis-Weine.
2005
Ein außerordentlich guter Jahrgang bei etwas niedrigeren Mengen. Burgund erwartet dank hervorragender klimatischer Bedingungen vor und während der Ernte herausragende, elegante und auch opulente Weißweine und superbe, gut strukturierte und körperreiche Rotweine.
Italien
1989
Piemont: Geringere Erntemenge, aber vorzügliche Qualitäten, großer Jahrgang, besonders für Barolo. Venetien: Uneinheitlich. Toskana: Ausgewogene, elegante Rotweine.
1990 Toskana: Bei geringer Menge überragende Weine mit hohem Potenzial.
Piemont: Sehr großer Jahrgang. Venetien: Hervorragende Qualitäten.
1994 Venetien: Reduzierte Menge, sehr erfreuliche Qualitäten, vor allem Amarone- und Recioto-Weine. Toskana: Teils hervorragende (Montalcino!), teils mittlere Rotweine.
Piemont: Ungleichmäßige, teilweise gute bis sehr gute Qualitäten.
1995 Piemont und Toskana: Unterschiedliche Qualitäten von mittelmäßig bis sehr gut und hervorragend. Venetien: Wer erst im Oktober gelesen hat, wurde mit vorzüglichen Rotwein-Qualitäten belohnt.
Geringe Menge, deutlich unter dem Bedarf.
1996
Mengen in fast allen Gebieten nur knapp durchschnittlich.
Piemont: Sehr gut bis hervorragend.
Venetien: Mittelmäßig bis gut.
Toskana: Gute, ausgewogene Weine, aber wenige Spitzenqualitäten.
1997
Der Menge nach die kleinste Ernte der letzten 40 Jahre.
Qualität: Sehr hohe, wenn auch unterschiedliche Erwartungen.
Piemont: Insgesamt hervorragend, ganz besonders für Nebbiolo (Barolo, Barbaresco) und Barbera.
Venetien: Sehr gute Weißweine und noch bessere Rotweine.
Toskana: Hervorragende Qualität, teilweise sogar besser als 1990!
1998
Menge: Wieder eine kleine Ernte, wenn auch ca. 9% größer als im Vorjahr. Unterschiedliche Qualität, im allgemeinen gut bis sehr gut.
Piemont: Sehr kleine Menge bei ausgesprochen hervorragender Qualität.
Venetien: Etwas mehr Menge als 1997 bei guter bis sehr guter Qualität.
Toskana: Größere Menge als im Vorjahr, Qualität gut bis hervorragend.
1999
Menge: 3% mehr als im Vorjahr; sehr unterschiedliche Qualitäten.
Piemont: eher kleine Menge bei mittlerer bis sehr guter Qualität.
Venetien: gute Menge, mittlere bis gute, selten sehr gute Qualität.
Toskana: gute Menge, mittlere bis hervorragende Qualität.
2000
Die früheste Lese, an die man sich erinnern kann. Menge unterdurchschnittlich, Qualität überwiegend sehr gut, in vielen Fällen exzellent.
Piemont: knappe Menge, exzellente Rotweine, gehaltvolle Weißweine.
Venetien: reduzierte Menge, sehr gute bis exzellente Qualität.
Toskana: über 10% weniger Menge als im Vorjahr, exzellente Qualität.
2001
Sehr kleine Menge: 5% unter Vorjahr und 13% unter dem 10-jährigen Durchschnitt.
Qualität unterschiedlich, meist gut mit sehr vielen Spitzen.
Piemont: Mengenplus, gute bis hervorragende Rotweine (vor allem Barbera), sehr gute Weißweine.
Venetien: mittlere Menge, sehr gute Qualitäten.
Toskana: reduzierte Menge, mittlere bis optimale Qualität.
2002
Die kleinste Menge der letzten 50 Jahre! Heterogene Qualität: insgesamt gut mit wenigen hervorragenden Spitzen.
Piemont: gut;
Venetien und Toskana: von gut bis hervorragend, sehr unterschiedlich. Die qualitativ besten Ergebnisse wurden in Sizilien und Sardinien erreicht.
2003
Wieder eine in der Menge äußerst geringe Lese, in der Qualität insgesamt besser als im Vorjahr, je nach Lage, Rebsorten und Erzeuger jedoch sehr unterschiedlich. Sehr gute bis hervorragende Resultate haben vor allem Reben erbracht, die bewässert werden konnten, und spät reifende Sorten.
2004
Endlich ein Mengenzuwachs, dem langjährigen Durchschnitt entsprechend. Eine lange Reifeperiode hat fast überall die Traubenqualität begünstigt; so meldeten die meisten Regionen, so viele wie noch nie, einen exzellenten Jahrgang. Sehr fein und frisch die Weißweine, reich und ausgewogen die Rotweine mit großem Entwicklungspotenzial.
2005
Die Menge liegt bei 6% weniger als im Vorjahr, ca. 1% unter dem 5-jährigen Durchschnitt. Durch schönes und schlechtes Wetter dicht nebeneinander ist die Qualität uneinheitlich wie selten, von mittelmäßig bis exzellent auch innerhalb eines Gebietes; insgesamt am besten in Apulien und auf den Inseln.
Spanien Portugal
1990
Spanien: Erstklassige Rioja-Qualitäten mit intensiven, ausgewogenen Aromen.
Portugal: Schwankende Qualitäten, besonders gut in Bairrada.
1992
Spanien: Gute bis große Rotweine mit milder Frucht.
Portugal: Farbintensive, aromatische und ausgeglichene Rotweine.
1994
Spanien: Sehr geringe Menge mit sehr guten bis hervorragenden Qualitäten – besonders viel versprechend für Gran Reservas.
Portugal: Menge etwas größer als 1993, aber immer noch unter dem Durchschnitt, Qualitäten gut bis sehr gut, deutlich besser als 1993.
1995
Spanien: In der Rioja endlich einmal wieder leicht überdurchschnittliche Menge mit sehr guten bis herausragenden Qualitäten.
Portugal: Menge über dem Vorjahr, aber immer noch unter dem Durchschnitt. Gute bis sehr gute Rotweine.
1996
Spanien: Rioja: Überdurchschnittliche Mengen, aromatische, ausgewogene Weißweine und sehr gute bis überragende Rotweine.
Portugal: Ein großer Jahrgang sowohl quantitativ als auch qualitativ!
1997
Spanien: Rioja: Noch größere Menge als im Vorjahr. Gute bis sehr gute Qualität; fruchtige Weißweine und Rotweine mit allen Elementen für eine harmonische Entwicklung. Portugal: Reduzierte Erntemenge, besonders in den Gebieten Vinho Verde, Dão und Douro. Qualität im Allgemeinen gut, in der Bairrada und in der Region Alentejo hervorragend.
1998
Spanien: Rioja: Sehr gute Menge mit sehr viel versprechender Qualität. Es wurden Trauben mit kleinen Beeren und dicker Haut gelesen für aromenreiche und konzentrierte Weine.
Portugal: Menge um mehr als die Hälfte kleiner als im Durchschnitt; Qualität: Außergewöhnlich gut, oft ausgezeichnet.
1999
Spanien: Rioja: Menge um 20% kleiner als im Vorjahr, Qualität unterschiedlich, von gut bis hervorragend, Duero: ausgezeichnete Qualität.
Portugal: in Menge und Qualität im Allgemeinen sehr gut, besonders in den südlichen Gebieten, z.B. Alentejo, Palmela ...
2000
Spanien: Insgesamt reichliche Menge bei guten bis sehr guten Qualitäten.
Rioja: sehr große Menge, unterschiedliche Qualität, meist gut bis sehr gut.
Duero: bedeutende Menge, gute bis exzellente Qualität.
Portugal: Menge geringer als im Vorjahr, Qualität sehr gut bis exzellent, besonders in den Gebieten Douro, Bairrada und Alentejo.
2001
Spanien: knapp durchschnittliche Menge, weit unter Vorjahr, aber im allgemeinen sehr gute Qualitäten, meist besser als im Vorjahr, vor allem in der nördlichen Landeshälfte. In der Rioja wurde der Höchstertrag pro ha um 25% reduziert: weniger Menge, exzellente Qualität.
Portugal: reichliche Menge, generell sehr gute Qualitäten.
2002
Spanien: weniger Menge, gute bis sehr gute Qualitäten.
Rioja: rund 23% weniger als im Vorjahr bei sehr guter bis ausgezeichneter Qualität.
Portugal: reduzierte Menge, weit unter Vorjahr; unterschiedliche Qualitäten, je nach Lesezeitpunkt mittelmäßig bis sehr gut.
2003
Spanien: reichliche Menge, deutlich über dem Vorjahr, vor allem in der Rioja und La Mancha. Positive, wenn auch unterschiedliche Qualitätsbilanz.
Portugal: etwas überdurchschnittliche Menge bei allgemein guter, in einigen Regionen wie Alentejo gar exzellentear Qualität.
2004
Spanien: qualitativ wie quantitativ eine sehr gute Ernte. In der Rioja + 7% zum Vorjahr, Traubenselektion war notwendig; sehr gut in Jerez; in La Mancha gar eine der bisher besten und größten Ernten.
Portugal: Zuwachs von geschätzt ca. 5% gegenüber dem Vorjahr bei guter bis sehr guter Qualität.
2005
Spanien: Sehr gesundes Lesegut, aber wegen großer Trockenheit bis zu 30% niedrigeren Mengen. Rioja: niedrige Erträge, sehr interessante Qualitäten. Somontano: Bis zu 40% weniger Menge, konzentrierte Weine.
In Portugal auch feine Weine bei Mengeneinbußen von ca. 20%, im Alentejo bis zu 30%.



